Also in San Sébastian waren wir auch Tapas essen, wie es sich für einen ordentlichen Spanienbesuch gehört. Die Leute dort mögen es nicht, Spanier genannt zu werden, es sind Basken.
Wir haben im Baskenland in einer Ferienwohnung geschlafen, die uns als weißes Haus mit einer langen und einer kurzen Dachseite, dekoriert mit roten Balken und mit Terasse und Garage beschrieben wurde - dumm nur dass in dem Örtchen Ixtassou alle Häuser so aussehen. Das ist nämlich so Tradition und deswegen gibt es von dieser Bauart auch in Lourdes im Pyrenäenmuseum ein Modell.
Baskenhaus
Im Anschluss haben wir die Zivilisation komplett verlassen und sind in die Pyrenäen zu Arthur seinem Heimatbergdorf Ourdis-Cotdoussan gefahren. Dort gab es natürlich wieder ausgezeichnetes Essen, von Arhturs Mutti liebevoll zubereitet um uns Deutsche zufrieden zustellen: Tartiflette und Cassoulet und dazu leckeren und zuvor erstandenen Rotwein aus Bordeaux. Spätestens da, überkam mich ein Gefühl von weihnachtlicher Vorfreude: Viele Leute, ein Tisch voller lecker Essen und Magenbitter nötig :)
Ganz abgekapselt von der Zivilisation ist Gegend auch nicht, es gab die Stadt Lourdes, die nach Paris die französische Stadt mit der größten Hotelkapazität ist - und das mit nur 15.265 Einwohnern. Wie ist das möglich, fragt ihr euch, was kann es da nur geben, dass so viele Hotels nötig sind? Die Antwort: ein religiöses (und anscheinend recht monetär ausgenutztes) Wunder.
Die heilige Maria ist dort in einer Grotte der heiligen Bernadette erschienen - halleluja! Und deswegen pilgern jährlich 6 MILLIONEN Christen dahin um sich mit heiligem Wasser zu versorgen. Das heißt sie kaufen im besten Fall kleine Glasfläschchen, im schlimmsten Fall 10l-Kanister im angrenzenden Touriviertel um diese dann eigenhändig zu befüllen unter einem der 12 WASSERHÄHNE aus dem das heilige Wasser fleißt.
Ich fande das ganze Trara darum übertrieben, aber ich bin ja auch nicht gläubig. Zum Glück, durfte auch Bernhard, das gläubigste Mitglied unserer Reisegemeinschaft, das ganze übertrieben finden, denn laut seiner Aussage, ist dies ein katholisches Wunder, bei dem man die Wahl hat, daran zu glauben oder nicht.
Aber nur weil ich das übertrieben fand, heißt das nicht, dass ich nicht trotzdem die Pilgerreise abends mitgemacht habe - oder zumindest versucht habe mitzumachen. Bernhard war so lieb und hat ich vorher noch in biblische Geschichte eingeführt um sich abends mit mir unter die Millionen Pilger zu mischen. Leider war trotz des hervorragenden Wetters kein Pilgeransturm da und deswegen, gab es wohl keine typische Zeremonie - oder wir haben sie einfach verpasst.
Ich und meine Pilgerreise-Lampion-Ausstattung
Aber bevor wir gepilgert sind - oder auch nicht - haben wir uns die gigantische Kathedrale, die unterirdische Basilika sowie die Festung von Lourdes angeguckt.
Disney-Schloss artige Kathedrale
Meine mittelalterliche Reitaustattung - damit ich brauche nie wieder ein Gefährt oder Pfefferspray
Ach ja und ich muss wahrscheinlich nicht extra betonen, dass wir bei dem herrlichen Wetter die große Wiese als Pausenort auserkoren hatten.
Zweiter missglückter Versuch das Papierhütchen (Zubehör der Pilgerreise) auf meinem Kopf zu fotografieren
Arthur hatte uns eigentlich Schnee in den Pyrenäen versprochen, aber wegen dem fantastisch sonnigem Wetter konnte dieses Versprechen nicht gehalten werden. Wir haben etwas davon in der Ferne auf den Gipfel sehen können, aber auf unserem erklommenem Gipfel gab es nur Naturdünger von Schafen, Kühen und Pferden (ich hab auch ein Beweisbild mit allen drei Sorten).
Auf auf und davon