Sonntag, 15. November 2009

Amsterdam und andere Neuigkeiten

Amsterdam im Morgengrauen


Manch einer meinte ja ich würde hier gar nicht studieren, sondern nur über meine Reisen Blog schreiben. Aber das ist nicht wahr, das scheint nur so weil ich a) letztes Jahr während meiner Oktoberferien in Deutschland war und b) ich nicht mehr das dringende Bedürfnis habe, euch über meine arg negativen Gefühle gegenüber meiner Studiensituation in Kenntnis zu setzen. Auf deutsch: Nur weil ich nicht mehr über's Studium mecker, heißt das nicht, dass ich nicht mehr studiere :)

Soviel dazu, jedenfalls berichte ich euch jetzt von meiner Amsterdamreise.


Erstmal hier die zwei Poster die ich erstellt habe um Werbung für die Reise in der Uni zu machen. Leider wurden die nie aufgehängt, weil die keiner vom Druck abgeholt hat. Ich finde das jetzt nicht so schlimm, weil ich meinen Spaß hatte, die zu erstellen. Ob die nun wer sieht und insbesondere ob eventuell die Schulverwaltung nicht ganz einverstanden ist mit der Konzeption, ist mir relativ egal.



Wir sind wieder über Nacht im Bus dahin gefahren. Diesmal war der Bus echt - verzeiht den Ausdruck - unter aller Sau! Das war kein Langstreckenbus und somit gab es keine Gepäckablagen und die Sitze waren unglaublich eng beieinander. Und dank der unglaublich motivierten Studenten aus dem ersten Jahr war der Bus diesmal sogar voll. Gut für die Finanzlage des BDE, schlecht für den Komfort.

Da Bernhard und ich diesmal wussten, dass das BDE nix organisiert sondern nur (oder im Vergleich zum letzten Jahr immerhin) Stadtpläne austeilt (die ich persönlich im Tourismusbüro geholt habe), haben wir uns vorher einen Plan ausgedacht, den wir auch sehr gut verwirklicht haben:

Wir sind Samstagmorgen gegen 7Uhr in der Herberge (die gleiche wie letztes Jahr) angekommen und haben unser Gepäck erstmal nur abgestellt, weil natürlich die Zimmer noch nicht bezogen werden konnten. Dann sind wir mit einer Freundin von Bernhard frühstücken und die wichtigste Shoppingstraße entlang.
Wir haben beide erfolgreich neue Schuhe gefunden und zu gesenktem Preis gekauft.

Mittag gab's wieder beim "Wok to Go" - eine Grundlage schaffen für den nachfolgenden Besuch in der Heinekenbrauerei. Letzterer war wirklich sehr toll! Und ich habe jetzt auch voll das schlechte Gewissen, dass ich meinen ersten Brauereibesuch nicht in der Sternibrauerei erlebt habe. Aber ich muss da definitiv hin, denn wenn schon Heineken toll war, dann muss Sterni ja bombastisch sein!
An der Verkostung war besonders witzig, dass die Bar mit einer Art Panoramaausblick ausgestattet war, aber nicht life sondern digital. Man konnte also während man seine zwei eisgekühlten Heinekengläser verkostet hat, den Ausblick über Paris, Rio de Janeiro und Shanghai genießen. Ich war ja sehr enttäuscht, dass da Berlin nicht auch zu sehen war! Und ich fand es seltsam, dass ich Paris sofort erkannt habe - das hat mir mal wieder ins Bewusstsein gerufen, dass ich ja derzeit in einer Weltmetropole wohne und studiere und auch Silvester feiere - jaja ich habe jemanden gefunden der mit mir diese unglaublich günstige Gelegenheit wahrnimmt :)



Aber zurück zu Amsterdam. Samstagabend waren wir in einem netten Studentenclub nach Amsterdamer Art, d.h. nur unglaublich günstige 5€ Eintritt (und nicht 15€ wie in Paris) und Garderobe kostenlos (und nicht 6€ für eine große Tasche und eine Jacke) und das Bier - Heineken was auch sonst? - nur 2€. Aber das Wichtigste war, dass die Musik unglaublich gut war. Ich habe echt schon lange nicht mehr so einen netten Abend im Club verbracht, ganz ohne mir zu denken "Für so schlechte Musik zahlste auch noch Unmengen Eintritt und dich betrinken kannste dir hier nicht leisten" :)

Am Sonntag haben Bernhard und ich unsere Shopping Tour und eher ansrpuchslosen Museumsbesuche fortgesetzt. Diesmal war es das Sexmuseum, das uns beiden eher improvisiert und bof vorkam.

Und dann hieß es auch schon wieder retour. Wir sind Sonntagabend 23Uhr vor der ENSAE angekommen.

Und nach so einem anstrengenden Wochenende war mein Geburtstag eher ruhig und kräftesparend für die am 10.11. folgende Party. Erstmal danke an alle die mir Glückwunsch-SMS geschickt haben!!! Ich habe mich über jede einzelne sehr gefreut: Danke Bernhard, danke Patrick, danke Caro, danke Daniel, danke Jana, danke Lisanne, danke Vorb! Und danke auch an alle anderen die auf meine alte (deutsche) Nr geschrieben haben - ich hätte schon mal eher ankündigen sollen, dass meine deutsche Nummer nicht mehr existiert.

Meine Party war ruhig - meine Gäste haben nicht richtig verstanden was ein Schnapszahlgeburtstag ist, außer Bernhard, der hat mit mir angemessen angestoßen - aber dennoch witzig und es gab dank meinee zeitig eingetrudelten Gäste leckere Häppchen.

Und jetzt noch das aller neueste zum Schluss: Mein Rechner geht nicht mehr. Das hat mich getroffen wie der Schlag und hindert mich jetzt auch daran, euch ordentlich bearbeitete Fotos von Amsterdam und der Party hochzuladen. Dank meiner Mitbewohnerin stehe ich jedoch nicht ganz auf dem Schlauch, sondern kann ihren alten Laptop bis Weihnachten benutzen.

Stichwort Weihnachten: Feliz Navidad :) Seitdem ich Eileen ihren Blogeintrag gelesen habe, höre ich dieses nette Weihnachtslied.

Montag, 9. November 2009

Fortsetzung Frankreich Reise Nr.1

So viel Weite gib's in Paris nicht zu sehen


Also in San Sébastian waren wir auch Tapas essen, wie es sich für einen ordentlichen Spanienbesuch gehört. Die Leute dort mögen es nicht, Spanier genannt zu werden, es sind Basken.

Wir haben im Baskenland in einer Ferienwohnung geschlafen, die uns als weißes Haus mit einer langen und einer kurzen Dachseite, dekoriert mit roten Balken und mit Terasse und Garage beschrieben wurde - dumm nur dass in dem Örtchen Ixtassou alle Häuser so aussehen. Das ist nämlich so Tradition und deswegen gibt es von dieser Bauart auch in Lourdes im Pyrenäenmuseum ein Modell.

Baskenhaus


Im Anschluss haben wir die Zivilisation komplett verlassen und sind in die Pyrenäen zu Arthur seinem Heimatbergdorf Ourdis-Cotdoussan gefahren. Dort gab es natürlich wieder ausgezeichnetes Essen, von Arhturs Mutti liebevoll zubereitet um uns Deutsche zufrieden zustellen: Tartiflette und Cassoulet und dazu leckeren und zuvor erstandenen Rotwein aus Bordeaux. Spätestens da, überkam mich ein Gefühl von weihnachtlicher Vorfreude: Viele Leute, ein Tisch voller lecker Essen und Magenbitter nötig :)

Ganz abgekapselt von der Zivilisation ist Gegend auch nicht, es gab die Stadt Lourdes, die nach Paris die französische Stadt mit der größten Hotelkapazität ist - und das mit nur 15.265 Einwohnern. Wie ist das möglich, fragt ihr euch, was kann es da nur geben, dass so viele Hotels nötig sind? Die Antwort: ein religiöses (und anscheinend recht monetär ausgenutztes) Wunder.

Die heilige Maria ist dort in einer Grotte der heiligen Bernadette erschienen - halleluja! Und deswegen pilgern jährlich 6 MILLIONEN Christen dahin um sich mit heiligem Wasser zu versorgen. Das heißt sie kaufen im besten Fall kleine Glasfläschchen, im schlimmsten Fall 10l-Kanister im angrenzenden Touriviertel um diese dann eigenhändig zu befüllen unter einem der 12 WASSERHÄHNE aus dem das heilige Wasser fleißt.

Ich fande das ganze Trara darum übertrieben, aber ich bin ja auch nicht gläubig. Zum Glück, durfte auch Bernhard, das gläubigste Mitglied unserer Reisegemeinschaft, das ganze übertrieben finden, denn laut seiner Aussage, ist dies ein katholisches Wunder, bei dem man die Wahl hat, daran zu glauben oder nicht.

Aber nur weil ich das übertrieben fand, heißt das nicht, dass ich nicht trotzdem die Pilgerreise abends mitgemacht habe - oder zumindest versucht habe mitzumachen. Bernhard war so lieb und hat ich vorher noch in biblische Geschichte eingeführt um sich abends mit mir unter die Millionen Pilger zu mischen. Leider war trotz des hervorragenden Wetters kein Pilgeransturm da und deswegen, gab es wohl keine typische Zeremonie - oder wir haben sie einfach verpasst.

Ich und meine Pilgerreise-Lampion-Ausstattung


Aber bevor wir gepilgert sind - oder auch nicht - haben wir uns die gigantische Kathedrale, die unterirdische Basilika sowie die Festung von Lourdes angeguckt.

Disney-Schloss artige Kathedrale


Meine mittelalterliche Reitaustattung - damit ich brauche nie wieder ein Gefährt oder Pfefferspray


Ach ja und ich muss wahrscheinlich nicht extra betonen, dass wir bei dem herrlichen Wetter die große Wiese als Pausenort auserkoren hatten.

Zweiter missglückter Versuch das Papierhütchen (Zubehör der Pilgerreise) auf meinem Kopf zu fotografieren


Arthur hatte uns eigentlich Schnee in den Pyrenäen versprochen, aber wegen dem fantastisch sonnigem Wetter konnte dieses Versprechen nicht gehalten werden. Wir haben etwas davon in der Ferne auf den Gipfel sehen können, aber auf unserem erklommenem Gipfel gab es nur Naturdünger von Schafen, Kühen und Pferden (ich hab auch ein Beweisbild mit allen drei Sorten).

Auf auf und davon

Sonntag, 1. November 2009

Meine Frankreich Tour (Nr.1 - für den Fall es folgen weitere)

Leider sind heute meine Ferien schon wieder vorbei. Aber ich hatte echt unglaublich schöne, abwechslungsreiche 7 Tage! Hier nochmal die Karte, diesmal mit Zeitablauf:

Reise durch den Südwesten Frankreichs

Also in Montparnasse (Paris) haben wir ein Auto gemietet, um genau zu sein einen Citroen C4 Picasso! Wir hatten es also unglaublich gemütlich und viel Platz für Gepäck. Und hellblau war er auch - C4's müssen hellblau sein!

Ausblick aus dem Fenster in Peyrilhac


Wir sind als Erstes nach Limoges bzw. nach Peyrilhac gefahren zu Arthurs Oma und dort haben wir echte französisches Hausmannskost gegessen: Coq au vin - der super lecker war obwohl wir zwei Stunden zu spät ankamen (Stau)

Limoges haben wir uns angeguckt um eine typische französisches Kleinstadt zu sehen - kennst du eine, kennst du sie alle laut Arthur! Es gab nichts wirklich Interessantes da.

Am Sonntag haben wir (Arthur, Jasmin, Bernhard und ich) uns ein historisches Dorf angesehen: Oradour-sur-Glane. Das wurde am 10. Juni 1944 von deutschen Soldaten auf dem Rückzug komplett zertstört inkl. der rund 700 Anwohner... Das Dorf wurde nicht wieder aufgebaut und dient heute als Gedenkstätte.

Oradour-sur-Glane


Auf dem Weg von Limoges nach Bordeaux haben wir in einer weiteren Kleinstadt angehalten, die immerhin auf dem Jakobsweg liegt (und somit etwas Interessantes hat):

Bergerac


Bordeaux hat mir richtig gut gefallen, die studentische Atmosphäre und die Sauberkeit ist einfach unglaublich angegenehm.

Brunnen auf dem place de la bourse ("Börsenplatz") - in rosa um ein Zeichen zu setzen gegen Brustkrebs


Ein Laden in Bordeaux mit Spezialitäten aus Biarritz (wenn ich mich recht entsinne)


Die Macarons sind echt super lecker. Das sind kleine Küchlein, oben und unten eine Platte aus Baiser und in der Mitte eine Creme je nach Geschmacksrichtung.
Außerdem haben wir in de Nähe von Bordeaux eine Weinverkostung mitgemacht. Also eigentlich war diese Weinverkostung sogar sehr privat: Sie war nur für uns vier, inkl. Besichtigung der Herstellungsanlagen. Die Führungsdame hat nicht wirklich geglaubt, dass wir Wein kaufen - ich übrigens auch nicht...

Ein Weinschloss in der Region Haut-Médoc


Von Bordeaux sind wir weiter südlich gefahren, nach Biarritz um genau zu sein. Dort angekommen, haben wir es uns spontan am Strand des atlantischen Ozeans gemütlich gemacht bei 25°C Außentemperatur. Das gleiche übrigens einen Tag später in San Sébastian - in Spanien und ebenfalls am atlantischen Ozean.

Strand/Bucht in Biarritz


Arthur beim Baden


Die Reisegruppe


Der Beweis für tolles Wetter in San Sébastian


Die Reise ist mit San Sébastian noch nicht zu Ende, aber ich habe morgen früh 8:30Uhr eine Übung in Makroökonomie und ich möchte nicht gleich wieder am ersten Tag total verpeilt in der Uni ankommen - wo ich doch schon für Ökonometrie ne Kaffee-Klatsch-Verabredung mit Robert habe :)
Wie gesagt, die ENSAE ist inzwischen eher angenehm und auszuhalten!

Also Fortsetzung folgt...