Montag, 9. November 2009

Fortsetzung Frankreich Reise Nr.1

So viel Weite gib's in Paris nicht zu sehen


Also in San Sébastian waren wir auch Tapas essen, wie es sich für einen ordentlichen Spanienbesuch gehört. Die Leute dort mögen es nicht, Spanier genannt zu werden, es sind Basken.

Wir haben im Baskenland in einer Ferienwohnung geschlafen, die uns als weißes Haus mit einer langen und einer kurzen Dachseite, dekoriert mit roten Balken und mit Terasse und Garage beschrieben wurde - dumm nur dass in dem Örtchen Ixtassou alle Häuser so aussehen. Das ist nämlich so Tradition und deswegen gibt es von dieser Bauart auch in Lourdes im Pyrenäenmuseum ein Modell.

Baskenhaus


Im Anschluss haben wir die Zivilisation komplett verlassen und sind in die Pyrenäen zu Arthur seinem Heimatbergdorf Ourdis-Cotdoussan gefahren. Dort gab es natürlich wieder ausgezeichnetes Essen, von Arhturs Mutti liebevoll zubereitet um uns Deutsche zufrieden zustellen: Tartiflette und Cassoulet und dazu leckeren und zuvor erstandenen Rotwein aus Bordeaux. Spätestens da, überkam mich ein Gefühl von weihnachtlicher Vorfreude: Viele Leute, ein Tisch voller lecker Essen und Magenbitter nötig :)

Ganz abgekapselt von der Zivilisation ist Gegend auch nicht, es gab die Stadt Lourdes, die nach Paris die französische Stadt mit der größten Hotelkapazität ist - und das mit nur 15.265 Einwohnern. Wie ist das möglich, fragt ihr euch, was kann es da nur geben, dass so viele Hotels nötig sind? Die Antwort: ein religiöses (und anscheinend recht monetär ausgenutztes) Wunder.

Die heilige Maria ist dort in einer Grotte der heiligen Bernadette erschienen - halleluja! Und deswegen pilgern jährlich 6 MILLIONEN Christen dahin um sich mit heiligem Wasser zu versorgen. Das heißt sie kaufen im besten Fall kleine Glasfläschchen, im schlimmsten Fall 10l-Kanister im angrenzenden Touriviertel um diese dann eigenhändig zu befüllen unter einem der 12 WASSERHÄHNE aus dem das heilige Wasser fleißt.

Ich fande das ganze Trara darum übertrieben, aber ich bin ja auch nicht gläubig. Zum Glück, durfte auch Bernhard, das gläubigste Mitglied unserer Reisegemeinschaft, das ganze übertrieben finden, denn laut seiner Aussage, ist dies ein katholisches Wunder, bei dem man die Wahl hat, daran zu glauben oder nicht.

Aber nur weil ich das übertrieben fand, heißt das nicht, dass ich nicht trotzdem die Pilgerreise abends mitgemacht habe - oder zumindest versucht habe mitzumachen. Bernhard war so lieb und hat ich vorher noch in biblische Geschichte eingeführt um sich abends mit mir unter die Millionen Pilger zu mischen. Leider war trotz des hervorragenden Wetters kein Pilgeransturm da und deswegen, gab es wohl keine typische Zeremonie - oder wir haben sie einfach verpasst.

Ich und meine Pilgerreise-Lampion-Ausstattung


Aber bevor wir gepilgert sind - oder auch nicht - haben wir uns die gigantische Kathedrale, die unterirdische Basilika sowie die Festung von Lourdes angeguckt.

Disney-Schloss artige Kathedrale


Meine mittelalterliche Reitaustattung - damit ich brauche nie wieder ein Gefährt oder Pfefferspray


Ach ja und ich muss wahrscheinlich nicht extra betonen, dass wir bei dem herrlichen Wetter die große Wiese als Pausenort auserkoren hatten.

Zweiter missglückter Versuch das Papierhütchen (Zubehör der Pilgerreise) auf meinem Kopf zu fotografieren


Arthur hatte uns eigentlich Schnee in den Pyrenäen versprochen, aber wegen dem fantastisch sonnigem Wetter konnte dieses Versprechen nicht gehalten werden. Wir haben etwas davon in der Ferne auf den Gipfel sehen können, aber auf unserem erklommenem Gipfel gab es nur Naturdünger von Schafen, Kühen und Pferden (ich hab auch ein Beweisbild mit allen drei Sorten).

Auf auf und davon

Sonntag, 1. November 2009

Meine Frankreich Tour (Nr.1 - für den Fall es folgen weitere)

Leider sind heute meine Ferien schon wieder vorbei. Aber ich hatte echt unglaublich schöne, abwechslungsreiche 7 Tage! Hier nochmal die Karte, diesmal mit Zeitablauf:

Reise durch den Südwesten Frankreichs

Also in Montparnasse (Paris) haben wir ein Auto gemietet, um genau zu sein einen Citroen C4 Picasso! Wir hatten es also unglaublich gemütlich und viel Platz für Gepäck. Und hellblau war er auch - C4's müssen hellblau sein!

Ausblick aus dem Fenster in Peyrilhac


Wir sind als Erstes nach Limoges bzw. nach Peyrilhac gefahren zu Arthurs Oma und dort haben wir echte französisches Hausmannskost gegessen: Coq au vin - der super lecker war obwohl wir zwei Stunden zu spät ankamen (Stau)

Limoges haben wir uns angeguckt um eine typische französisches Kleinstadt zu sehen - kennst du eine, kennst du sie alle laut Arthur! Es gab nichts wirklich Interessantes da.

Am Sonntag haben wir (Arthur, Jasmin, Bernhard und ich) uns ein historisches Dorf angesehen: Oradour-sur-Glane. Das wurde am 10. Juni 1944 von deutschen Soldaten auf dem Rückzug komplett zertstört inkl. der rund 700 Anwohner... Das Dorf wurde nicht wieder aufgebaut und dient heute als Gedenkstätte.

Oradour-sur-Glane


Auf dem Weg von Limoges nach Bordeaux haben wir in einer weiteren Kleinstadt angehalten, die immerhin auf dem Jakobsweg liegt (und somit etwas Interessantes hat):

Bergerac


Bordeaux hat mir richtig gut gefallen, die studentische Atmosphäre und die Sauberkeit ist einfach unglaublich angegenehm.

Brunnen auf dem place de la bourse ("Börsenplatz") - in rosa um ein Zeichen zu setzen gegen Brustkrebs


Ein Laden in Bordeaux mit Spezialitäten aus Biarritz (wenn ich mich recht entsinne)


Die Macarons sind echt super lecker. Das sind kleine Küchlein, oben und unten eine Platte aus Baiser und in der Mitte eine Creme je nach Geschmacksrichtung.
Außerdem haben wir in de Nähe von Bordeaux eine Weinverkostung mitgemacht. Also eigentlich war diese Weinverkostung sogar sehr privat: Sie war nur für uns vier, inkl. Besichtigung der Herstellungsanlagen. Die Führungsdame hat nicht wirklich geglaubt, dass wir Wein kaufen - ich übrigens auch nicht...

Ein Weinschloss in der Region Haut-Médoc


Von Bordeaux sind wir weiter südlich gefahren, nach Biarritz um genau zu sein. Dort angekommen, haben wir es uns spontan am Strand des atlantischen Ozeans gemütlich gemacht bei 25°C Außentemperatur. Das gleiche übrigens einen Tag später in San Sébastian - in Spanien und ebenfalls am atlantischen Ozean.

Strand/Bucht in Biarritz


Arthur beim Baden


Die Reisegruppe


Der Beweis für tolles Wetter in San Sébastian


Die Reise ist mit San Sébastian noch nicht zu Ende, aber ich habe morgen früh 8:30Uhr eine Übung in Makroökonomie und ich möchte nicht gleich wieder am ersten Tag total verpeilt in der Uni ankommen - wo ich doch schon für Ökonometrie ne Kaffee-Klatsch-Verabredung mit Robert habe :)
Wie gesagt, die ENSAE ist inzwischen eher angenehm und auszuhalten!

Also Fortsetzung folgt...

Freitag, 23. Oktober 2009

Ready to rumble - auf auf und davon

Da sind sie also da: die Oktoberferien - was noch letztes Jahr lang ersehnt und bitter nötig war, wurde dieses Jahr nur noch mit halb so viel Vorfreude erwartet. Ganz ehrlich, mir gehts unglaublich gut : keine stressbedingten Histaminausschüttungen, keine Panikanfälle beim Blick auf die bevorstehenden Klausuren, kein schlechtes Gewissen wenn ein Wochenende einfach nur zum Ausruhen genutzt wird.

Es ist nicht so, dass ich das was jetzt an der ENSAE so an Stoff präsentiert wird alles könnte, aber irgendwie ist alles entspannter. Nicht so entspannt wie HU Studium, aber schon so, dass ich sagen kann, dass es mir Spaß macht hier zu studieren.

Letzten Mittwoch war das Forum Trium. Das ist eine Messe auf der Firmen mit Studenten zusammentreffen. Ich mit meinen neuerdings aufgetretenen Amibtionen Statistik auch im Berufsleben anzuwenden habe da nicht so viele interessante Angebote für mich gefunden, aber schon mal Adressen und Ansprechpartner gesammelt.

Außerdem habe ich diese Woche mein Fahrrad zur Reparatur geschafft. Mein Licht ging nicht mehr, und anstatt 36€ für Anstecklichter zu bezahlen, habe ich mich drauf verlassen, das reparieren lassen günstiger ist - und hatte Glück: Die Reparatur hat mich nur 6€ gekostet. Ich werde die weiterempfehlen.

Mein kurzer Abstecher nach Tunesien war total schön! Ich weiß jetzt warum Lena immer wieder dahin fliegt. Wir waren ein bisschen abseits der touristischen Stadt Hammamet, in einer Kleinstadt und haben uns dort super amüsiert. Das Essen war total lecker, auch wenn Besteck dort quasi inexistent ist. Die Backwaren sind so lecker gewesen, dass ich mir davon ne große Packung mit nach Paris genommen habe. Morgen werden die letzten 3 Kekse davon vernichtet.

Aber etwas hat mich doch sehr geschockt: Auf dem Hinweg musste ich im Flugzeug einen Zettel ausfüllen, auf dem ich meine Visumnummer eintragen sollte. Mir ist das Herz in die Hose gerutscht! Ich wusste nicht dass man ein Visum braucht um nach Tunesien zu fliegen. Ich habe mich also bei meiner französischen Sitznachbarin erkundigt, die mir nochmal bestätigt hat, dass ich ein Visum brauche. Ich habe mich schon mit den tunesischen Behörden diskutieren sehen. Aber das hat mich nicht davon abgehalten noch meine Zeitung fertig zu lesen :) Mich eine Stunde vor der Landung nervös im Sitz hin und her zu bewegen nützt mir ja auch nichts. Als ich dann im Flughafen zur Visakontrolle bewegt habe, und meinen deutschen Reisepass vorgelegt habe, meinte der Herr nur, ich soll zur Gepäckkontrolle gehen udn gut war. Die Deutschen sind herzlich willkommen auch ohne Visum.

Und jetzt werde ich meine Sachen für meinen Frankreichtrip packen und insbesondere die Musik dafür aussuchen. Und ich muss noch die Wohnung oder mindestens mein Zimmer putzen für Moni und Thomas.